Dialog: Über Arbeit, die Teilzeitfalle und Neuanfänge

SOPHIE: Liebe Edda, erzähl‘ mir mal etwas von deinem Traumjob. Und damit meine ich jetzt nicht Kioskbesitzerin oder Autorin, sondern Hebamme. Das ist doch bestimmt nicht nur Beruf, sondern Berufung, oder? Wieso möchtest du Hebamme sein? Was hat dich dazu gebracht, deinen alten Job an den Nagel zu hängen und etwas ganz Neues zu beginnen?

EDDA: Hebamme und Büchermädchen in einem Verlag haben sehr viel mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick denken möchte. Und erfüllen somit Grundbedürfnisse, die ich schon immer hatte. Ich wollte schon immer die Welt retten, mag schon seit meiner Kindheit alles, was sich außerhalb menschlicher Kontrolle befindet (Stichwort: Weltall, Tiefsee, Geburt, Tod und so) und ich habe schon immer Geschichten geliebt. Ich habe also eher einfach das Metier gewechselt. Ich glaube übrigens nicht an diesen Beruf versus Berufungsmythos, weil ich finde, dass das einige Berufsformen abwertet. Ich glaube eher daran, dass Menschen verschiedene Einstellungen zum Thema Arbeit haben. Manche Leute mögen es, dass man da hingeht, seine Zeit macht und dafür Geld bekommt – und mit dem Geld machen sie dann das, was ihnen wichtig ist. Ich halte das für eine gesunde Einstellung und es kommt ja auch dem ursprünglichen Konzept von Arbeit am nächsten.

SOPHIE: Ich muss hier mal ganz kurz dazwischen grätschen, damit keine Missverständnisse aufkommen: Wenn ich von Beruf oder Berufung spreche, dann möchte ich damit auf keinen Fall irgendeine Arbeit abwerten. Weit davon entfernt. Ich glaube, man kann sich zu jedem Job berufen fühlen – oder eben auch nicht. Ich habe das nur gefragt, weil du mir mal geschrieben hattest, dass Hebammen die großen Leuchttürme deiner letzten zehn Jahre waren. Mein Eindruck war, dass Hebamme zu sein für dich mehr als ein Job ist.

EDDA: Es war irgendwie mehr so, dass ich nicht anders konnte, als auszuprobieren, wie es ist, Hebamme zu werden. Als käme ich da einfach nicht dran vorbei. Ich weiß noch nicht mal, wie das dann nach dem Studium wird und wie genau mein Leben dann aussieht. Aber das sehe ich dann, wenn ich den Abschluß habe. Grundsätzlich ist jeder Job für mich mehr als nur ein Job – was damit zu tun hat, dass ich nichts machen kann, hinter dem ich nicht stehe. Und somit irgendwie immer mit Herzblut und Ganzkörpereinsatz dabei bin.

Ich fand es schon immer schwierig, irgendwo Zeit abzusitzen. Das konnte ich schon in der Schule praktisch nicht aushalten. Ich brauche also eine Art Motivation dafür, die über den finanziellen Verdienst hinausgeht. Und mich motiviert der Gedanke, einen Unterschied machen und etwas bewegen zu können. Und oben auf mein Grundproblem der Sinnschöpfung kommen eben noch meine persönlichen Neurosen: ich kann nicht im Büro sitzen und hasse es, lange auf Bildschirme zu schauen oder Papier zu schieben – nee, wenn ich ehrlich bin, hasse ich das gesamte Konstrukt Büro. Und ich bin ein ganz schlimmer Adrenalin-Junkie und jemand, dem Alltag sehr schnell sehr langweilig wird. Das alles macht mich zu keinem sehr einstellungswürdigen Arbeitnehmer, aber zu jemandem, der in extremen Bereichen sehr gut funktioniert. Ich habe jetzt endlos rumgeschrieben, aber Deine Frage nicht beantwortet. Das ist nicht gut! Wolltest Du wissen, ob es so einen zündenden Moment gab, wo ich dachte, dass ich lieber mit blutverspritzten Hosen heimgehen will, als mit einer Tasche voller frischgedruckter Bücher? Wobei: ganz schön bescheuerter Tausch, wenn ich so drüber nachdenke.

SOPHIE: Für mich als Außenstehende schienen ein Job im Verlag und der als Hebamme nicht viel miteinander zu tun zu haben, aber ich habe das wahrscheinlich nicht tiefgründig genug betrachtet.

War es dir im Verlag also zu langweilig? Oder kommt man da als Adrenalin-Junkie auch irgendwie auf seine Kosten? Ich kann mir das kaum vorstellen, aber ich habe auch nicht bei einem Verlag gearbeitet. Was hast du denn dort eigentlich genau gemacht?

EDDA: Nein, mir war im Verlag nie langweilig und ich habe es immer toll gefunden, Bücher und Verlagsprogramme zu begleiten. Ich habe nach dem Abi eine Verlagsausbildung beim Suhrkamp Verlag gemacht mit Schwerpunkt auf Neuere Deutsche Literatur. Das waren zu dem Zeitpunkt bei Suhrkamp Autoren wie Daniel Kehlmann, die ganzen Popliteraten, Peter Handke und so.

SOPHIE: Wow, das klingt echt spannend. Erzähl‘ weiter!

EDDA: Damals war ich mir ganz sicher, dass ich als Lektorin meinen Platz gefunden habe. Dann habe ich Germanistik studiert und nebenbei bei Suhrkamp als Lektoratsassistenz gearbeitet. Und bin nach dem Studium in das Kinder- und Jugendbuchlektorat eingestiegen, weil ich schon immer gerne Kinderbücher gelesen habe. Das ist bis heute so. Aber ich habe mich im Lektorat schnell eingesperrt gefühlt und war zu viel und zu lange am Schreibtisch. Und ich mochte auch nicht, dass Lektorinnen immer so ganz fleißige und bemühte Mädchen waren. Also bin ich für ein paar Monate zum Arbeiten nach Amerika gegangen, um mich zu sortieren. Und habe danach bei Random House in München im Bereich Business Development und Filmrechte angefangen. Ich dachte, dass ich da viel reisen und wenig am Bildschirm sitzen muss. Das habe ich ein bisschen gemacht und bin dann zu Diogenes nach Zürich in den Lizenzbereich gegangen. Lizenzen bedeutet Verfilmung / Vertonung / Ver-Hörbuch-ung / Übersetzung in andere Länder und Sprachen. Ich mochte am Lizenzbereich, dass man viel auf Messen in andere Länder geht und in vielen Sprachen kommuniziert. Und im Anschluss bin ich in den Bereich Vertrieb eingestiegen, weil ich in meinem Adrenalin-Wahn gedacht habe, dass ich gerne was mit ganz viel Umsatzverantwortung machen will und einen Dienstwagen toll fände. Fand ich dann aber nicht und wollte das dann doch irgendwie nicht.

SOPHIE: Über deinen letzten Satz musste ich kurz lachen! Es ist ja total oft so, dass man Dinge erst einmal anfangen muss, um festzustellen, ob es passt – oder eben auch nicht. So etwas lässt sich nicht durch bloßes Darüber-Nachdenken lösen.

Um meine Frage vom Anfang nochmal zu erklären: Mich interessiert es einfach, was andere dazu bewegt, einen neuen und anderen Job zu beginnen. Also: das Ganze nicht nur im Kopf hin- und herzuschieben, sondern es wirklich zu tun.

EDDA: Ich weiß nicht, wie das im Einzelfall passiert. Aber ich kann dazu eine Geschichte aus meiner Familie erzählen: Neulich haben wir uns darüber unterhalten, wie man etwas angeht, was einem Angst macht. Und ich habe meine Kinder befragt. Als Antworten kamen „Ich weine dann ganz viel, schlafe schlecht und mache es dann doch nicht.“ oder „Ich mache mir Sorgen und mache es dann irgendwie, weil man es ja vielleicht machen muss.“ Und meine achtjährige Tochter, die in meinen Texten immer Dark Vader heißt, hat kurz überlegt und dann gesagt: „Ach, ich mach’s dann einfach.“. Und genauso bin ich auch. Ich mache Sachen einfach. Und manchmal mache ich Sachen auch gerade deswegen, weil sie mir Angst machen. Insofern glaube ich, dass es irgendwie auch was mit der eigenen Persönlichkeit zu tun hat. Denn nicht immer gehen Sachen gut, die man macht, obwohl man Angst davor hat. Oft gehen solche Sachen dann ziemlich schief und man denkt sich dann hinterher, dass die eigene Angst einem ja irgendwie vorher was mitteilen wollte. Da saßen so Leute wie ich aber schon auf dem Fahrrad, haben den Lenker losgelassen und die Augen zugemacht.

SOPHIE: Wer von deinen Kindern hat gesagt „Ich mache mir Sorgen und mache es dann irgendwie, weil man es ja vielleicht machen muss.“? Wer auch immer es war – ich fühle mich gerade sehr mit ihr oder ihm verbunden! So bin ich auch. Ich bin so etwas wie eine sorgenvolle Macherin.

EDDA: Das hat mein sechsjähriger Sohn Elly gesagt. Ich bin ja mal gespannt, wo das noch hinführt. Ich halte das für keine schlechte Kombination: denn man darf sich vor dem Machen ja durchaus mal Gedanken … machen. Und Sorgen sind am Ende des Tages auch nur eine Art von Gedanken.

SOPHIE: Meine Eingangsfrage habe ich übrigens auch deshalb gestellt, weil ich selbst immer mal wieder mit dem Gedanken spiele umzusatteln. Aber das mache ich nicht, weil mir mein Job keinen Spaß macht, sondern weil ich ihn schlicht und ergreifend für nicht teilzeitgeeignet halte.

EDDA: Welcher Job ist denn wirklich teilzeitgeeignet? Ich habe neulich einen tollen Artikel über Pilotprojekte in Ländern gelesen, wo Vollbeschäftigung auf 32 Stunden an vier Tagen begrenzt werden soll. Bei vollem Gehalt. Das finde ich sehr lebenswert und großartig. Ich habe noch nie weniger als 80 Prozent gearbeitet und bin deswegen nicht ganz beratungsfähig. Ehrlich gesagt ist Teilzeit für mich der Superhorror. Also kommt der Wunsch daher, dass Du weniger arbeiten willst? Oder weniger Stress möchtest? Oder was anderes willst? Weil umsatteln ist ja immer erstmal mehr Arbeit, Stress und Unruhe. Und wenn man mehr Ruhe will, könnte man sich in dem Bereich umschauen, in dem man schon ist und das Gespräch mit dem Arbeitgeber suchen. Oder ist es das nicht? Los jetzt – raus mit der Sprache!!

SOPHIE: Ich versuche mal, meine Gedanken zu sortieren.

Meine Entscheidung, Teilzeit zu arbeiten, habe ich ganz bewusst getroffen. Teilzeit bedeutet bei mir: halbe Stelle, 19 ½ Stunde Arbeit pro Woche. So gesehen der pure Luxus (wenn es denn funktionieren würde)! Und warum Teilzeit (im Angesicht von Altersarmut)? Weil ich möglichst viel Zeit mit meinen Kindern verbringen möchte und das auch schon immer wollte. Ich möchte mittags zuhause sein! Und um das zu schaffen, nicht schon um 4.30 Uhr aufstehen müssen. Ich fand es wunderschön, meine Töchter manchmal schon aus dem Kindergarten abzuholen, wenn sie gerade erst von ihren Mittagsschlafmatratzen gekrochen waren und noch bettwarm und mit roten Bäckchen in meine Arme geschlüpft sind. Wenn wir Zeit hatten, die Nachmittage auf dem Spielpatz zu verbringen. Und auch jetzt: Es gibt kaum einen schöneren Moment am Tag als den, wenn ich meine Kleinste mittags von der Schule abhole und wir gemeinsam nach Hause laufen. Manchmal halte ich dann diese kleine Hand und meine Tochter erzählt und ich bin einfach unsagbar glücklich. Für solche Momente möchte ich gern Zeit haben – und nicht mit wehenden Fahnen am späten Nachmittag von der Arbeit nach Hause hetzen.

Aber jetzt kommt es leider: Um das alles in der Form zu ermöglichen, muss ich während meiner Arbeitszeit oft ganz schön ranklotzen und viele Bälle gleichzeitig in der Luft halten. Ich hatte mich für den Halbmarathon angemeldet, laufe jetzt aber den Marathon, weil alle festgestellt haben, dass ich das auch kann – und das übrigens als krönendes Sahnehäubchen auch noch in der Hälfte der Zeit! Kein Wunder, wenn ich im Ziel regelmäßig schweißgebadet und atemlos zusammenbreche. Das finde ich schwierig und es stört mich. Denn auch mein Gehalt und meine spätere Rente richten sich nach der auf dem Papier fixierten Arbeitszeit.

EDDA: Und genau das ist der Grund, warum ich Teilzeit unterhalb von 80 Prozent ablehne. Es ist nämlich Sklaverei Galore verpackt als frauenfreundliche Lösung. Unternehmen schneiden super dabei ab: die kriegen überproportional viel Leistung gepaart mit supereffizienter Arbeitsweise und wenig Gehalt. Für Unternehmen super – für Frauen: not so much! Und dann rödeln Frauen ja auch immer so gräßlich vor sich hin, wollen alles schaffen, es jedem recht machen, dabei freundlich lächeln und hinterher noch schnell einen Kuchen für das Klassenfest backen. Ich mag das nicht. Und ja, Altersarmut ist ein Frauenphänomen und das kommt nicht von ungefähr. Dieses System macht mich wirklich wütend.

SOPHIE: Ich bin auch eine von denen, die im Job immer freundlich lächeln. Aber ich lächle grundsätzlich gern und bin auch gern freundlich. Das liegt in meiner Natur. Das kann ich nicht einfach abstreifen und möchte es auch nicht. Vielleicht gelingt es mir ja mal, freundlich lächelnd mit der Faust auf den Tisch zu hauen und zu sagen, dass ich keine Lust mehr habe auf den Marathon. Oder wenigstens auf den Tisch zu klopfen. Oder meine Faust fürs erste einfach mal freundlich lächelnd auf dem Tisch abzulegen.

Ich würde mir einfach einen Job wünschen, der mit weniger Stress verbunden ist. Ich weiß allerdings nicht, ob es das überhaupt gibt oder ob der Stress nicht vor allem damit zu tun hat, dass ich nur eine halbe Stelle habe. Das deutest du ja auch an. Und da beißt sich die Katze in den Schwanz. Denn ich möchte auf jeden Fall bei einer halben Stelle bleiben. Zumindest, solange meine kleinste Tochter in der Grundschule ist, also noch gute vier Jahre.

EDDA: Wie sind denn Deine 20 Stunden verteilt? Arbeitest Du ganze oder halbe Tage, denn ich finde, dass das einen irren Unterschied macht. Und wieviel Anfahrtsweg hast Du?

SOPHIE: Vor Corona habe ich jeweils fünf Stunden an vier Tagen gearbeitet. Ich fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit und brauche für eine Strecke etwa 23 Minuten. Während des Lockdowns musste ich dann umdisponieren und maximal flexibel sein. In der Zeit war ich nämlich auch für das Home Schooling zuständig. Da habe ich gefühlt rund um die Uhr gearbeitet beziehungsweise war immer mit irgendetwas beschäftigt: mit meinem Job, der Kinderbetreuung und Beschulung, der Hausarbeit… Der Lockdown war eine ganz schöne Zumutung. Ich versuche gerade, das alles zu verdrängen.

EDDA: Könntest Du ganze Tage arbeiten? Also zwei Tage jeweils zehn Stunden und dann drei Tage frei? Das würde Raum in der Woche schaffen. Denn das klingt nach einem systemischen Problem und nicht danach, dass der Job an sich falsch ist. Oder könntest Du auf Homeoffice umstellen und mehr von daheim arbeiten, damit man den Anfahrtsweg sparen kann? Also erstmal was an den Stellschrauben Deines Jobs drehen und sehen, ob das Veränderung bringt? Der freihändig mit geschlossenen Augen den Steilabhang runterrasende Kamikaze in mir findet natürlich, dass man sofort alles hinschmeißen kann und stattdessen lieber Streifenpolizist in einer Zoohandlung, Kaninchen-Groomer oder Konditorin mit Spezialisierung auf Rüblikuchen werden kann. Aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass das Dein Problem nicht löst. Hast Du schonmal darüber nachgedacht, Dir einfach weniger Stress bei der Arbeit zu machen? Man kann auch mit 80 Prozent Leistung gut durchkommen – und sich die 100 Prozent für Premiums-Momente aufheben. Also gar nicht den Job zu wechseln, sondern erstmal Deine Einstellung zu überdenken. Denn die nimmst Du in jede andere Jobsituation auch mit.

SOPHIE: Ich glaube, ich wäre gern Streifenpolizist in einer Zoohandlung: „Hier noch alles in Ordnung, Kaninchen?“, „Irgendwelche besonderen Vorkommnisse bei euch Zierfischen?“ „Stell dein Hamster-Rad bitte in Zukunft nicht mehr am Zebra-Streifen ab, ja?“ „Alles klar, Chief.“ Aber wenn sich dann die Rennmäuse-Clans anfangen zu bekriegen und ich meine karottensichere Weste anziehen und zu allem lieb lächeln muss, dann geht der Stress wahrscheinlich von vorn los. Da magst du recht haben.

Ich finde, es ist sehr viel leichter gesagt als getan, sich weniger Stress bei der Arbeit zu machen. Das versuche ich eigentlich schon seit zehn Jahren und habe noch keine nennenswerten Erfolge zu verzeichnen.

Und: ja, ich könnte ganze Tage arbeiten. Aber genau das will ich im Moment nicht. Ich möchte ab mittags für meine Kinder da sein (siehe oben). Ich brauche das einfach. Die Zeit vergeht so schnell, die Kinder werden zusehends groß. Und wenn ich auf die vergangenen Jahre zurückblicke, dann weiß ich auf jeden Fall eines: Ich war da. Ich habe nichts verpasst. Das mag nicht für alle das Richtige sein, aber für mich ist es das. Dort ist also keine Stellschraube, an der ich drehen möchte. Bleibt also nur, die Arbeit nochmal ins Visier zu nehmen. Ich halte dich auf dem Laufenden.

Aber sag mal, wie bekommst du denn eigentlich alles unter einen Hut? Arbeit und Kinder?

EDDA: Weil ich überhaupt kein Perfektionist bin. Ich mag und brauche Ordnung und System in meinem Leben und dem meiner Kinder – kann aber ansonsten gut Abstriche machen, solange sie meinen Kindern zumutbar sind. Somit backe ich keine fuckin‘ Kuchen für das Klassenfest, was man sich jetzt sicherlich schon gedacht hat. Und dann komme ich gut damit klar, Nein zu sagen. Nein, mache ich nicht. Nein, keine Zeit. Und durchaus auch: Nein, keine Lust. Ich kann damit leben, es Leuten nicht recht zu machen. Große Ausnahme: Meine Kinder. Wenn ich Dinge nicht schaffe oder auch nicht schaffen will, bespreche ich das mit ihnen. Wenn meine Kinder Veto einlegen, mache ich es möglich. Kommt aber nicht oft vor. Und zuletzt kriege ich das unter einen Hut, weil ich mit dem härtesten Feministen seit Alice Schwarzer verheiratet bin. Denn mein Mann hat kein Veto und muss hinnehmen, wie es kommt. Das gilt dann umgekehrt für mich genauso. Wir hatten schon berufliche Situationen, wo das hart für den anderen Partner war. Ziemlich hart. Aber weil wir das beide machen, bleibt es fair. Denn am Ende des Tages fragt ihn ja auch keiner, wie er Kinder und Familie unter einen Sombrero bekommt – warum also mich?!

SOPHIE: Ich finde, das mit dem Sombrero ist ein schönes Schlusswort. Lass‘ uns deshalb in einem anderen Dialog über Perfektionismus, dreistöckigen Rüblikuchen für Klassenfeste und Ja-Sager versus Nein-Sager schreiben. Außerdem muss ich jetzt eine Bewerbung abschicken: ans Zoogeschäft.

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